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Positionen A-Z PDF Drucken E-Mail
Mittwoch, 5. Mai 2010

Foto einer VVAuf dieser Seite findest du einen kurzen Überblick über unsere Positionen und Standpunkte.

 

 

 

 

A wie Abwanderung

Nicht nur die demographische Entwicklung, sondern insbesondere die Abwanderung junger Menschen aus den Landkreisen und ländlichen Gebieten des Ostens lässt die Gesellschaft dort massiv altern. Das ist bis zu einem gewissen Grad "normal", aber im befürchteten Ausmaß drohen einigen Gegenden katastrophale Ausmaße.

Uns geht es darum, (nicht nur) diese Gebiete attraktiver für Jugendliche zu machen. Wir brauchen JETZT für die Jugend eine Perspektive. Jugendliche sollen eine gute (Aus-) Bildung erhalten, einen sicheren Job finden, sich in einem hochwertigen sozialen und kulturellen Umfeld wohl fühlen und in die örtliche Politik sowie ihre Schulen und Ausbildungsstätten demokratisch mitgestalten können. Diese Vorstellung haben wir in einem Antrag zusammengefasst.

 

A wie Ausbildung

Seit Jahren fehlen in Deutschland, und gerade in Ostdeutschland, zehntausende qualifizierte Ausbildungsplätze. Das verbaut tausenden junger Menschen ihre Zukunft, da sie in der Arbeitsagentur landen, in Warteschleifen versauern oder Berufe erlernen, die nicht ihren Neigungen und Fähigkeiten entsprechen. Auch wenn es seit Jahren einen Ausbildungspakt gibt, finden wir: In der Verpflichtung sind die Unternehmen. Wer nicht ausbildet, sollte zahlen. Wir wollen eine Umlagefinanzierung! Einen Antrag dazu haben wir bei unserer Vollversammlung 2005 beschlossen.

 

B wie Behinderte

Die Belange Behinderter werden noch immer zu oft vom Rest der Gesellschaft vergessen. Nur an wenigen Universitäten gibt es Technik für blinde und gehörlose Studierende, noch immer müssen Rollstuhlfahrer/innen im Alltag vor zu vielen Barrieren kapitulieren. Integrierte Kindergärten bieten den Erwachsenen von Morgen die Möglichkeit, von Anfang an Behinderten als Gleichberechtigten zu begegnen.

 

B wie Beteiligung

Wir setzen uns wo es nur geht dafür ein, dass Kinder und Jugendliche stärker demokratisch beteiligt werden. Das fängt bei der Schüler(innen)vertretung an: Wir fordern, dass die Schulkonferenzen paritätisch besetzt werden, sich also zu je einem Drittel aus Schüler(inne)n, Lehrer(inne)n und Eltern zusammensetzen.

Aber auch in der Kommunalpolitik sollen die Anliegen von Kindern und Jugendlichen besser durch sie selbst vertreten werden. Dazu habe wir schon zahlreiche Anträge beschlossen.

Die Jusos Leipzig fordern eine offene Kinder- und Jugendvertretung auf Stadtteilebene. Dazu haben wir bei unserer Vollversammlung 2007 einen Antrag beschlossen.

Und letztlich sind auch die Jusos an sich nichts weiter als ein Beteiligungsprojekt. ;-)

 

C wie Castor

Der Castor ist das Symbol einer jahrzehntelang verfehlten Energiepolitik. Die Stromkonzerne sahnen milliardenschwere Gewinne ab, während alle das ("Rest-") Risiko tragen müssen und den verstrahlten Müll am Hals haben. Mit mehr Nachdruck und besserem Mannschaftsspiel wäre beim Atomkonsens mehr drin gewesen. Wir befürworten nach wie vor einen schnelleren Atomausstieg und kämpfen gegen die Pläne der Merkel Regierung die Laufzeiten der Atomkrfaftwerke zu verlängern.

 

C wie Chancengleichheit von Männern und Frauen

Logo: Kombination aus den Zeichen für das weibliche und das männliche Geschlecht mit der "Juso-Rose" im Kreis in der MitteWenn wir Jusos über Chancengleichheit reden, dann meinen wir nicht nur, dass alle Menschen die gleichen Ausgangschancen bekommen. Denn wir wissen auch, dass es strukturelle Ungerechtigkeiten in unserer Gesellschaft gibt, durch die der Status und der Erfolg von Menschen beeinflusst wird. Gerade Frauen haben unter solchen Ungerechtigkeiten zu leiden. Wir versuchen, auf diese Ungerechtigkeiten hinzuweisen und sie zu bekämpfen. Am aktivsten ist dabei natürlich der AK Gender.

Auch bei den Jusos selbst gibt es Einiges zu tun, denn wir wollen mit der Gleichstellung im eigenen Verband anfangen und nicht zu einem von Männern dominierten Polit-Klub werden. Wir versuchen uns gegenseitig zu sensibilisieren und konsequent ein anti-sexistisches Klima durchzusetzen. Mit dem jährlichen Gleichstellungsbericht stellen wir fest, wie weit wir dabei sind. (Mit einem Antrag haben wir das auch im Juso-Landesverband eingeführt.) Darüber hinaus gibt es eine "Frauenquote" von mindestens 40 Prozent für Vorstände und Delegationen. Wir sind sehr zufrieden, diese Quote seit 2000 nicht mehr anwenden zu können: Seither wurden die Leipziger Juso-Frauen auch ohne Einsatz der Quote zu mehr als 40 Prozent gewählt - ein gutes Zeichen.

Auf der Landesdelegiertenkonferenz 2004 haben sich die Jusos schwerpunktmäßig mit dem Thema beschäftigt. Herausgekommen ist ein Leitantrag, der ohne Gegenstimmen verabschiedet wurde.

 

D wie Dateienformate

Tux blickt, mit einer Fliegenklatsche in der Hand, dem umherfliegenden Windows-Schmetterling hinterherWir Jusos haben beschlossen, auf unseren Computern im Büro sowie bei allen Veranstaltungen ausschließlich freie Software einzusetzen. Außerdem findet ein Datenaustausch nur mit offenen Formaten statt. In der Praxis hat sich daher Linux als Betriebssystem durchgesetzt und wir verschicken, neben PDFs und reinem Text, fast ausschließlich Dateien im Open-Document-Format (ODF).

Dieses freie Format hat den Vorteil, dass es standardisiert ist und von vielen verschiedenen Programmen gelesen werden kann, wovon wiederum viele frei sind. Somit wird niemand auf Grund von fehlenden Softwarelizenzen ausgegrenzt und es ist gewährleistet, dass unsere Daten auch noch in vielen Jahren gelesen werden können.

Das Büroprogramm, welches am häufigsten von uns verwendet wird, ist OpenOffice.org. Es ist frei, kostenlos und Plattform übergreifend, kann also auf verschiedensten Betriebssystemen eingesetzt werden. Trotzdem kann es passieren, dass auf einem Computer kein OpenOffice.org zu finden ist bzw. nicht installiert werden kann, wie beispielsweise am Arbeitsplatz oder in der Bibliothek. In diesem Fall muss aber niemand darauf verzichten ODF-Dokumente zu lesen und zu verfassen. Folgende Alternativen bestehen:

1. Alternative Software

Neben OpenOffice.org sind auch eine Menge anderer Programme in der Lage mt ODF-Dateien umzugehen. Zu nennen sind hier beispielsweise Office,vWordPerfect oder AbiWord. Eine ausführlichere Liste gibt es hier.

2. Microsoft Office

Wer Microsoft Office verwendet wird denken, dass Dateien im OpenDocument-Format weder gelesen noch bearbeitet werden können. Microsoft bietet jedoch seit einiger Zeit die Möglichkeit, kostenlos einen Zusatz für die Officesuiten 2007, XP und 2003 herunterzuladen. Das sog. Add-In ist hier zu finden. Für Office XP und 2003 wird zusätzlich noch dieses Compatibility Pack benötigt.

3. Officesoftware im Internet

Auch ohne ein Büroprogramm auf dem Rechner installiert zu haben, besteht die Möglichkeit, zumindest Textverarbeitung und Tabellenkalkulation zu nutzen. Voraussetzung ist hier allerdings eine Internetverbindung und in der Regel eine Registrierung auf der entsprechenden Website. Die populärsten Seiten mit ODF-Unterstützung sind Google Texte und Tabellen und ZOHO.

Generell gilt bei uns außerdem: Habt ihr eine Datei in einem für euch nicht lesbaren Format bekommen, meldet euch einfach! Wir schicken euch die Datei dann einfach in einem anderen Format zu.

Bei unserer Vollversammlung 2007 haben wir dazu zudem einen Antrag beschlossen.

 

D wie Doppelstrategie

Die Jusos sind mehr als die Jugendorganisation der SPD. Wir sind ein lebendiger, unbequemer, linker Jugendverband, der auch in vielen anderen Bündnissen (z.B. Leipzig nimmt Platz, Leipzig braucht ein Sozialticket )  und gesellschaftlichen Initiativen zu Hause, ist.

Das nennt man auch "Doppelstrategie"; mit einem Bein in der Bewegung und mit einem Bein in der SPD.

Damit sich die Jusos in allen Ebenen daran auch immer schön erinnern, haben wir auf unserer Vollversammlung 2007 einen Antrag zum Thema verabschiedet. Und schon 2006 haben wir in einem Antrag an unseren Bundesverband appelliert.

 

D wie Drogen

Hanf-Rose mit Flagge in der HandDie Jusos Sachsen fordern einen "verantwortungsbewussten Umgang mit Cannabis". 2001 haben wir mit übergroßer Mehrheit unseren Leitantrag zum Umgang mit weichen Drogen verabschiedet. Darin fordern wir eine mehrstufige Entkriminalisierung und Legalisierung von Cannabis-Produkten, einen geregelten Verkauf sowie eine Aufklärungskampagne.

Juso-Antrag mit ausführlicher Begründung (pdf, 59 kB)

"Argumente und Fakten zur Cannabisreform" (pdf, 1 MB) vom Verein für Drogenpolitik

www.gruene-hilfe.de

Verein für Drogenpolitik e.V.

akzept e.V.

 

E wie Energie

Energie haben wir jede Menge. Mit ihr wollen wir die Welt verändern, in der richtigen Weise.

 

F wie Feiern

 Ein wichtiger Teil der "Arbeit" bei den Leipziger Jusos ;-)

Natürlich muss Politik für und von Jugendlichen Spaß machen, so dass wir, meist nach Vollversammlungen, bei Landesdelegiertenkonferenzen/ Bundeskongressen oder einfach mal so PARTY machen.

 

 

F wie Freie Software

Screenshot von KDE mit Compiz FusionNatürlich läuft auf Juso-Rechnern nur Linux, selbstverständlich werden bei uns Dateien nur in freien Formaten ausgetauscht und mit viel Freude unterstützen wir Menschen, die umsteigen wollen von Microsoft auf Linux.

Eine kleine Einführung findest du auf der Homepage von Seb.

 

 

G wie Gewerkschaften

Logo der DGB-JugendDie Gewerkschaften und besonders die Gewerkschaftsjugenden sind unsere wichtigsten Bündnispartner/innen. Als Vertretung der Interessen von Arbeitnehmer(inne)n und Azubis liegen deren Positionen mit unseren Meinungen sehr oft ganz nah beieinander.

Vortrag: "Gewerkschaften. Geschichte und Ausblick" von Gernot Borriss (pdf, 61 kB)

www.dgb-jugend-sachsen.de

 

G wie Gleichstellung von Schwulen und Lesben

Schlimm genug, dass diese Frage immer noch so wichtig ist, dass wir dazu überhaupt eine Position haben müssen. Denn für uns ist es selbstverständlich, dass Schwule und Lesben gleich behandelt werden.

Deshalb haben wir uns (vergeblich) bei der sächsischen Staatsregierung dafür eingesetzt,  dass sie das Ergänzungsgesetz zum Lebenspartnerschaftsgesetz nicht weiter blockiert und das Schließen gleichgeschlechtlicher Lebenspartnerschaften auf dem Standesamt (und nicht im Regierungspräsidium) ermöglicht. Die Bundesregierung haben wir aufgefordert,  das Ergänzungsgesetz im Bundesrat erneut auf den Weg zu bringen. Beim SPD-Landesparteitag und beim Juso-Bundeskongress werden wir fordern, die sexuelle Identität als Diskriminierungsverbot ins Grundgesetz und die sächsischen Verfassung mit aufzunehmen. Einige sächsische Unions-Abgeordnete haben immer noch nicht verstanden, dass es eine Ungleichbehandlung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften gibt. Die haben wir  aufgefordert, mit gleichgeschlechtlichen Fraktionskolleg(inn)en ihrer Wahl zwei Stunden lang Hand in Hand durch eine sächsische Großstadt zu spazieren, um ihre Aussage zu überprüfen. ;-)Dazu haben wir uns etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Seit 2005 gibt es in regelmäßigen Abständen unser Band– und DJ–Kombinat, d.h. Konzerte und DJs satt.

Comic Strip: Zwei Männer küssen sich. Ein älterer Mann kommt vorbei und beschimpft die beiden. Daraufhin gehen sie zu den Schwusos

 

H wie Hochschule

Er ist in aller Munde: der Kahlschlag bei den Hochschulen. Seit Jahren unterstützen wir deshalb die studentischen Proteste zur Verbesserung der Studienbedingungen, der Mitbestimmung und gegen Studiengebühren mit verschiedensten Aktionen. Andererseits wollen wir in Zusammenarbeit mit der SPD-Landtagsfraktion und dem SPD-geführten Wissenschaftsministerium aber auch zeigen, dass eine vernünftige und solidarische Hochschulpolitik in Zeiten knapper Kassen möglich ist. Bei der Juso-Landesdelegiertenkonferenz 2001 haben wir eine Position zu Studentischer Mitbestimmung und akademischer Selbstverwaltung, 2002 Anforderungen an die HochSchule der Zukunft verabschiedet . 2004 stimmten die sächsischen Delegierten auch dem von der  Leipziger Juso-Hochschulgruppe in einer öffentlichen Veranstaltungsreihe entwickelten  Konzept "Hochschule der Zukunft" zu.

Und auch in der Debatte um ein neues Sächsisches Hochschulgesetz sind wir aktiv. Dazu haben wir bei der Juso–Landesdelegiertenkonferenz 2005 eine Positionierung verabschiedet, die von der SPD auf ihrem Parteitag einstimmig übernommen wurde.

(s. auch "S wie Studiengebühren")

 

I wie Integration

Die Integration von Ausländer(inne)n in Deutschland darf nicht nur Lippenbekenntnis bleiben. Ausländer/innen sind uns willkommen - nicht nur als "nützliche Computer-Inder", sondern als Menschen wie du und ich.

 

J wie Jugendarbeitsschutzgesetz

Tino und Matthias vor einem InfostandIn diesem Gesetz mit dem langen Namen sind viele wichtig Dinge für junge Arbeitnehmer/inenn und Azubis geregel: Arbeitszeiten, Wochenenden, Urlaubsanspruch und vieles, vieles mehr.

Immer wieder versuchen die Arbeitgeber und Konervative und Liberale an dem Gesetz zu sägen. Dazu sagen wir aber: Finger weg vom Jugendarbeitsschutzgesetz! Junge Leute dürfen nicht als billige Arbeitskräfte missbraucht werden.

Unsere Position kannst du auch in einem Antrag von 2007 nachlesen.

 

J wie Jugendhilfe

Die Stadt Leipzig ist (fast) pleite. Damit die Jugend von heute nicht die Zinsen für die jetzt gemachten Schulden bezahlt, muss gespart werden. Wir werden aber massiv dafür kämpfen, dass dies nicht an der falschen Stelle geschieht - nämlich bei der Jugendhilfe.

 

K wie Kinder

Auch Kinder haben Bedürfnisse und eine Meinung! Deshalb setzen wir uns für mehr direkte Teihabe ein. Wir sind der Meinung, dass die Stadt Leipzig sich für stadtteilbezogene offene Foren einsetzen sollte, dadurch wird den Kids ermöglicht sich in ihrem Wohnumfeld direkt einzubringen. Auf diese Weise kann Leipzig (noch) familienfreundlicher werden und einen wichtigen Beitrag zur Demokratisierung der Kommune beitragen.

Zu einer bitteren Wahrheit in unserer Gesellschaft gehört, dass über eine Million Kinder von Sozialhilfe abhängig ist. Wir setzen uns ein für einen aktiven Kampf gegen Kinderarmut und eine konsequentere Umverteilung von oben nach unten. Zum Kampf gegen Kinderarmut haben wir 2005 auf unserer Vollversammlung einen Antrag beschlossen. 2006 folgte ein weiterer Antrag der sich noch etwas umfassender mit der Problematik der Armut in Leipig befasst.

Lebenschancen haben in unserer Gesellschaft viel zu viel mit der sozialen Herkunft der Eltern zu tun. Deshalb setzen wir uns dafür, dass alle Kinder, ohne Unterschiede einen Zugang zu einem richtig guten KiTa-Platz haben, natürlich am besten gebührenfrei. Dazu haben wir bei unserer Vollversammlung 2007 einen Antrag beschlossen.

 

L wie Lehrer/innen

Sie könnte um einiges besser sein - die Lehrer(innen)ausbildung in Sachsen. Im Studium muss neben die theoretische Ausbildung ein wesentlich größerer Teil praktische Ausbildung gestellt werden. Wir fordern eine Art "duales Ausbildungssystem", das schon im ersten oder zweiten Semester Hospitationen vorsieht.

Die sozialpädagogischen, didaktischen und psychologischen Anteile müssen einen größeren Stellenwert in der Aus-, Fort- und Weiterbildung erhalten; außerdem muss der Umgang mit gesamtgesellschaftlichen Problemen, wie zum Beispiel Fremdenfeindlichkeit, besser geschult werden.

 

M wie Mutterpartei

Unsere liebe Mutterpartei, die SPD, ist unsere politische Heimat. Das heißt aber nicht, dass wir immer mit ihr einverstanden sind. Mensch ist nur einmal jung, und: "Jusos dürfen das!"

 

N wie Nazis

Jusos auf einer Anti-Nazi-DemoNazis finden wir zum K... Wir werden ihnen jederzeit energisch entgegentreten. Sei es in der Schule, im Betrieb, oder wieder mal bei einem Naziaufmarsch, den wir friedlich verhindern.

 

 

 

 

 

O wie Ost-West

Gruppenfoto vom Juso-Austausch Bonn-LeipzigDie Wende ist schon Jahrzehnte her und trotzdem scheint da immer noch ein kleines Mäuerchen in vielen Köpfen zu stecken. Das versuchen wir zu überwinden, zum Beispiel mit einem Ost-West-Austausch mit Genoss(inn)en aus dem UB Bonn.

Natürlich setzen wir uns dafür ein, dass auch bestehende Ungerechtigkeiten abgebaut werden, zum Beispiel etwas für mehr gute Ausbildung in Ostdeutschland getan wird.

 

P wie Patriotismus

Finden wir (im Gegensatz zu einer anderen, nicht zu empfehlenden Parteijugend) unnötig und gefährlich. Warum, kannst du im  Leitantrag der Juso-Landesdelegiertenkonferenz 2005 nachlesen.

 

P wie Privatisierung

Genau wie Patriotismus halten wir Privatisierung öffentlichen Vermögens und Dienstleistungen für falsch. Die öffentliche Daseinsvorsorge gehört in staatliche Hand! Privatisierung gibt es mit uns nur im allergrößten Notfall und unter bestimmten Kritierien, die unbedingt einzuhalten sind. Dazu haben wir 2007 gleich zwei Anträge zu den Leipziger Stadtwerken beschlossen. Den einen kannst du hier den anderen hier nachlesen.

Nicht erst seit der Finanz- und Wirtschaftskrise wissen wir, dass Kontrolle und Einfluss durch öffentlich und demokratisch legitimierte Akteure entgegen dem neoliberalen Paradigma nicht verteufelnswert ist. Bei bestimmten Gütern ist es eben nicht möglich, entsprechend der Theorie komplette Informationsfreiheit und vollendete Konkurrenz herzustellen. Zu oft gibt es natürliche Monopole und Marktversagen. Auch muss die Bereitstellung gewisser Grundbedürfnisse sichergestellt werden und darf nicht dem feien Spiel anonymer Marktkräfte unterworfen werden. Hier ist der Eingriff von seiten der öffentlichen Hand unumgänglich. Ein Beispiel dafür ist die Frage der Teilkapitalprivatisierung der Deutschen Bahn AG. Seit Anfang an fordern die Jusos und auch wir in Leipzig eine Ablehung dieser Privatisierungspläne. Denn für uns Jusos erfüllt die Deutsche Bahn in dem momentanen Modell die ihr zugewiesene Verfassungsaufgabe. Auch in Zukunft muss weiterhin gewährleistet werden, dass der Bund allein Einfluss auf die strategische Ausrichtung der Bahn AG hat. Dieser Einfluss muss in Zukunft stärker wahrgenommen werden gegenüber dem allein gewinnorientierten Vorstand der Bahn AG. Für uns Jusos stellt die Bahn die einzige ökologische Alternative zum ansteigenden Verkehr auf der Straße dar und daher ist alles mögliche zu tun, dass die Bahn zu einem staatlich garantierten und kostengünstigen Transportmittel für Menschen und Güter wird. Das Hauptaugenmerk muss hierbei auf die soziale und ökologische Verträglichkeit und Nachhaltigkeit gerichtet sein. Bei der Auseinandersetzung über zusätzliche Kapitalbeschaffung für die Deutsche Bahn AG und bei deren operativen Ausrichtung muss im Vordergrund stehen, dass die sozialen und ökologischen Zielsetzungen nicht von gewinnorientierten Interessen verdrängt werden.

 

Q wie Querdenker/innen

Brauchen wir :-)

 

R wie Rechtsextremismus

Anti-Nazi-Plakat an einem LaternenmastRechtsextremismus hat insbesondere im Osten Deutschlands sehr bedenkliche Zustände erreicht. In manchen Gegenden kontrollieren Rechtsextreme, wie z.B. Kameradschaften, die Jugendclubs, öffentlichen Räume und die Straßen. Dazu sitzt mit der NPD eine rechtsextreme Partei im Sächsischen Landtag. Mit der "3-Säulen-Strategie" will diese Neonazigruppe um "die Köpfe, die Straße und die Parlamente" kämpfen.

Wer nicht rechtzeitig etwas gegen solche Entwicklungen tut, wird sie später nur schwer verhindern können. Deshalb ist es eines unserer zentralen Themen, dem Rechtsextremismus mit politischer Bildung und antirassistischem Aktionismus zu begegnen. Wir haben deshalb rechte Aufmärsche sehr erfolgreich mit Demonstrationen und Aktionen begleitet. Unser Arbeitskreis AntiRa plant diese Aktionen und führt sie durch. Weiterhin ist eines unserer wichtigstes Projekte gegen Rechtsextremismus die Projekttage "Für Demokratie Courage zeigen", bei denen wir von Anfang an mitarbeiten. Viele Jusos haben sich beim Netzwerk für Demokratie und Courage als "Teamer/innen" ausbilden lassen und führen antirassistische Projekttage in Sachsen durch.

Juso-Broschüre "Den Nazis keine Räume!" (491 kB)

Netzwerk für Demokratie und Courage

 

R wie Residenzpflicht

Asylbewerber/innen in Deutschland dürfen sich nur innerhalb der Grenzen der Kreise bewegen, in denen sie untergebracht sind. Für das Verlassen ihres Kreises müssen sie einen umständlichen gut begründeten Antrag stellen.

Das macht keinen Sinn, außer natürlich, dass Leute gegängelt werden. Deshalb hat die Juso-Landesdelegiertenkonferenz 2001 auf Antrag der Jusos Leipzig gefordert, die Residenzpflicht restlos aus dem Gesetzbuch zu streichen!

2005 hat sich der SPD–Landesparteitag endlich unserer Forderung angeschlossen.

Ein weitere Diskriminierung, die Asylbewerber/innen in Deutschland erdulden müssen, ist ihre zentrale Unterbringung in Wohnheimen unter teils unwürdigen Bedingungen. Das muss nicht sein, finden wir. 2005 haben wir einen Antrag zur dezentralen Unterbringung von Asylbewerber(inne)n beschlossen.

 

S wie Schule

Junge, der PISA an eine Tafel schreibtNicht nur PISA, sondern unsere alltäglichen Erfahrungen in Sachsens Schulen haben uns gezeigt, dass eine grundlegende Reform des Schulsystems nötig ist. Auch wenn Sachsen im Ländervergleich (PISA-E) relativ gut abschneidet, sind die Leistungen, die sächsische Schüler/innen z.B. im Vergleich zu finnischen Schüler(inne)n erbringen, eher peinlich.

Wir Jusos sind der Meinung, dass mehr nötig ist als ein wenig "herumdoktern" am bestehenden System um wirkliche Veränderungen zu erzielen. Wir wollen, dass jedes Kind und jeder Jugendliche, das/der in Sachsen zur Schule geht, die gleichen Chancen auf eine gute Ausbildung hat - unabhängig von Herkunft oder sozialen und finanziellen Verhältnissen. Bildung muss Spaß machen und sich an den Bedürfnissen der Schüler und Schülerinnen orientieren. Wir fordern eine Schule, die die Schüler/innen als Individuen annimmt und fördert, sie demokratisch beteiligt und die Kompetenzen vermittelt.

Bei der Landesdelegiertenkonferenz im November 2002 ist der Leitantag zum Thema Schule mit großer Mehrheit angenommen worden. Außerdem haben wir aktiv an dem Schulkonzept der SPD-Landtagsfraktion im sächsischen Landtag mitgearbeitet. Das Konzept findest du unter www.gute-schule.info, eine Broschüre (5,3 MB!) stellt es vor. Dieses Konzept finden wir auch nach der SPD–Regierungsbeteiligung in Sachsen noch sehr gut.

Um vor Ort stärker schulpolitisch präsent zu sein, haben wir uns auf der Landesdelegiertenkonferenz 2005 vorgenommen, Juso-Schüler(innen)gruppen zu gründen. Wenn du dazu Lust hast, melde dich einfach bei  Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie es sehen können .

Schülervertretungsbroschüre vom Stadtschülerrat Leipzig (pdf, 935 kB)

 

S wie Sozialticket

In Leipzig gibt es etwa 50.000 sogenannte Bedarfsgemeinschaften, die von Arbeitslosengeld II abhängig sind. Im viel zu niedrigen ALGII-Satz, sind ganze 20 Euro für Mobilität vorgesehen und das bei einem LVB-Preis von 45 Euro für ein Monatsticket. Da muss sich was ändern. Deshalb unterstützen wir alle, die ein Sozialticket einführen wollen. Und/oder sich dafür einsetzen, dass der Regelsatz angehoben wird.

Bei unserer Vollversammlung 2007 haben wir dazu auch einen Antrag beschlossen.

 

S wie Studiengebühren

Wir Jusos lehnen die Einführung jeder Art von Studiengebühren, d.h. auch Studienkontenmodelle, Bildungsgutscheine oder eine Akademiker(innen)steuer, generell ab.

Mit einem Änderungsantrag beim SPD-Landesparteitag haben wir es geschafft, diesen Punkt ins Wahlprogramm für die Landtagswahl 2004 aufzunehmen.

Warum die Jusos gegen Studiengebühren sind, kannst du hier in einem aktuellen Papier (Mai 2007) der Leipziger Juso-Hochschulgruppe nachlesen: Argumente für Studiengebührenfreiheit (pdf, 86 kB)

 

T wie Theorie

Klar ist es wichtig, was Marx, Liebknecht, Bebel, Luxemburg, Ebert, Schumacher, Wehner und Brandt zu sagen haben. Deshalb gibt es bei uns sogar einen Theoriekreis, der nix anderes macht. Aber ohne Praxis ist das alles - eben "graue Theorie". Deswegen wollen wir unsere theoretisch fundierten Standpunkte in Projekten umsetzen und bei Aktionen öffentlich machen!

 

V wie Verkehr

Den geschlechtlichen empfehlen wir unter Verwendung des Juso-Kondoms. Beim mehr und weniger motorisiertem dürfen Rad-, Kinderwagen- und andere -fahrer/innen nicht zu kurz kommen. Deswegen: Radwege, wo immer es geht!

Dazu haben wir bei der Vollversammlung 2005 konkrete Forderungen aufgestellt, zur Verbesserung der Radwegesituation im Leipziger Süden und zur Einführung einer Tagfahrlichtpflicht.

 

V wie Videoüberwachung

Polizist mit VideokameraWir möchten im öffentlichen Raum nicht gefilmt und nach friedlichen Demons-trationen nicht "erkennungsdienstlich" behandelt werden. Deswegen haben die sächsischen Jusos einen Antrag gegen Videoüberwachung (48 kB) verabschiedet.

Videoüberwachung bringt wenig und wirkt oft sogar kontraproduktiv. Die schädlichen Effekte der technischen Beobachtung liegen in der Beeinträchtigung der Unbefangenheit der Menschen und dem Eingriff in deren Recht auf informationelle Selbstbestimmung und in deren sonstige Freiheitsrechte. Unsere komplette Begründung kannst du im erwähnten Antrag nachlesen.

Wir werden innerhalb und außerhalb der SPD dafür kämpfen, dass wir uns alle ohne Zoomobjektive im Nacken bewegen können.

 

W wie Wahlrecht

Das Recht frei, gleich und geheim wählen zu dürfen, ist ein wichtiger Pfeiler unserer parlamentarischen Demokratie. Viele Menschen werden von diesem Recht jedoch willkürlich, zum Beispiel aufgrund ihres Alters oder ihrer Staatsangehörigkeit, ausgeschlossen. Diese Benachteiligung wollen wir abbauen. Dazu haben wir zum Beispiel einen Antrag auf der Landesdelgiertenkonferenz 2005 zur Absenkung des Wahlalters auf 14 bei Kommunalwahlen beschlossen.

Europa wächst zusammen. Davon merkt man bei Wahlen leider noch nicht viel. Bei keiner Wahl ist die Beteiligung so niedrig. Und oft wird an der Urne über Bundespolitik abgestimmt, obwohl es doch eigentlich um die Europäische Union geht. Deshalb haben wir einen Antrag beschlossen, der eine Reform des europäischen Wahlrechts fordert.

 

W wie Wehrpflicht

W wie weg damit! Wir fordern die Abschaffung der Wehpflicht!

 

X wie Xenophobie

Wie schön wäre es, dieses Wort endlich streichen zu können.

 

Y wie YES!

Sag ja - und komm zu den Jusos!

 

Z wie Zugangskriterien zu Kindertagesstätten

Wir Jusos sprechen uns entschieden gegen die Einführung von Zugangskriterien zu Kindertagsstätten aus. Die frühe Kindheit ist die wichtigste Zeit um den Grundstein für ein erfolgreiches, lebenslanges Lernen für alle Kinder zu ermöglichen. Dazu brauchen die Kinder AltersgenossInnen zum Spielen, Lernen und Abgucken. Wenn Kindern von arbeitslosen Eltern die Betreuungszeiten gekürzt werden, dann verhindert das nicht nur den Wiedereintritt der betroffenen Elternteile in den Arbeitsmarkt, sondern schadet in erster Linie den Kindern.


Vielen Dank an die Dresdner Jusos, dass wir ihr schickes politisches Alphabet übernehmen und ergänzen durften!